Neue Studie: KI-gesteuerte Führung und Kontrolle können selbst zum psychischen Belastungsfaktor werden

Eine am 1. September 2026 in Frontiers in Public Health – Occupational Health and Safety veröffentlichte Studie untersuchte Beschäftigte verschiedener Branchen, die unmittelbar von algorithmischem Management betroffen waren. Das Ergebnis: Je stärker Beschäftigte algorithmische Steuerung wahrnahmen, desto ungünstiger waren ihre Angaben zum körperlichen und psychischen Wohlbefinden. Als wichtige Zusammenhänge identifizierten die Forscher insbesondere eingeschränkte Autonomie bei der Arbeit und Angst, durch KI ersetzt zu werden.

Für KMU ist das wichtig, weil…
1. KI wird damit auch zu einem Thema der Arbeitsgestaltung. Wenn Software zunehmend Aufgaben verteilt, Leistung bewertet, Prozesse überwacht oder Entscheidungen beeinflusst, geht es nicht nur um Produktivität. Für HR und Geschäftsführung stellt sich zusätzlich die Frage, was mit Handlungsspielraum, Kontrolle, Unsicherheit und Belastung der Mitarbeitenden passiert.

2. KI wird derzeit häufig in KMU eingeführt – die psychischen Auswirkungen der konkreten Arbeitsgestaltung werden aber möglicherweise erst später sichtbar.

Lösung:
5 ArbSchG nennt unter anderem Arbeitsmittel, Arbeitsabläufe, Arbeitszeit und psychische Belastungen als relevante Gefährdungsbereiche. Eine Psych. GBU kann deshalb künftig noch stärker die Frage berücksichtigen, wie Digitalisierung und KI die tatsächlichen Arbeitsbedingungen verändern.

Wie kann das ZfP unterstützen?
Das ZfP kann im Rahmen der Psychischen Gefährdungsbeurteilung untersuchen, wie Mitarbeitende veränderte Arbeitsbedingungen tatsächlich erleben – beispielsweise hinsichtlich Arbeitsorganisation, Handlungsspielraum, Führung oder psychischer Belastung. So können Unternehmen frühzeitig erkennen, wo Digitalisierung und KI neue Belastungen erzeugen und wo gezielte Maßnahmen sinnvoll sind.

Quelle: Ma, Chen & Jing: The impact of perceived algorithmic management on employees’ physical and mental health, Frontiers in Public Health, veröffentlicht 01.09.2026.
Originalstudie bei Frontiers