Arbeitsstress lässt sich nicht einfach am Cortisolwert ablesen
Überraschendes Studienergebnis: Arbeitsstress lässt sich nicht einfach am Cortisolwert „ablesen“
Eine am 9. September 2026 veröffentlichte Studie im International Archives of Occupational and Environmental Health untersuchte arbeitsbezogene Stressoren anhand etablierter Modelle zu Anforderungen, Kontrolle, sozialer Unterstützung sowie dem Verhältnis von Anstrengung und Belohnung. Grundlage waren Daten von 4.500 dänischen Beschäftigten zu Beginn und 3.200 beim Follow-up sowie Speichel-Cortisolmessungen.
Das überraschende Ergebnis: Die Forscher fanden insgesamt keine überzeugende Unterstützung dafür, dass die untersuchten arbeitsbezogenen Stressoren mit Veränderungen des Tagesverlaufs der Cortisolkonzentration zusammenhingen. Nur zwei von 30 untersuchten kategorialen Beziehungen waren statistisch signifikant – und diese ergaben kein konsistentes Muster im Sinne der angenommenen allostatischen Überlastung.
Ergebnis:
Das Ergebnis passt nicht in das einfache Narrativ „Stress = messbar erhöhtes Cortisol“. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind komplex und sollten nicht vorschnell auf einen einzelnen Biomarker reduziert werden.
Wie kann das ZfP unterstützen?
Das ZfP kann im Rahmen der Psychischen Gefährdungsbeurteilung untersuchen, wie Mitarbeitende veränderte Arbeitsbedingungen tatsächlich erleben – beispielsweise hinsichtlich Arbeitsorganisation, Handlungsspielraum, Führung oder psychischer Belastung. So können Unternehmen frühzeitig erkennen, wo Digitalisierung und KI neue Belastungen erzeugen und wo gezielte Maßnahmen sinnvoll sind.
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